Wer bin ich?

Mein Name ist Carina Bartsch, geboren 1985 im fränkischen Erlangen.

Carina Bartsch

 Wie bin ich zum Schreiben gekommen?

Hier würde ich gerne antworten, dass ich schon mit sechs Jahren meine erste Kurzgeschichte verfasst habe, und beneide alle Autoren, die das von sich behaupten können. Leider war das bei mir erst viel später der Fall, um genau zu sein, entdeckte ich meine Liebe zum Schreiben mit Anfang zwanzig. Die Liebe kam spät – dafür aber umso heftiger. Ich habe schon seit Kindheitsbeinen nach etwas gesucht, das ich tun möchte, das ich wirklich tun möchte. Und mit zweiundzwanzig Jahren saß ich vor dem PC, schrieb meine erste Kurzgeschichte und wusste auf einmal: DAS ist es. Das und nichts anderes. Auf einmal habe ich begriffen, wofür mein Herz all die Jahre geschlagen hat.

Wie es zu dieser erwähnten Kurzgeschichte kam, war purer Zufall. Seit dem Tag, an dem ich das erste wirklich gute Buch in den Händen hielt, verschlinge ich Bücher. Irgendwann war eins darunter, mit dessen Ende ich dermaßen unzufrieden war, dass ich beschloss, ein eigenes Ende zu schreiben. Das war der Anfang von allem. Und ich bin unendlich froh darüber.

 

Bewege ich mich immer im selben Genre?

Nein. Wenn man mal von „Drama“ absieht, das in all meinen bisherigen Geschichten eine Rolle gespielt hat, bin ich auf kein bestimmtes Genre festgelegt. Ich schreibe Liebesgeschichten, Mindfuck, pseudointellektuelle Ergüsse und drifte auch hin und wieder gerne in die Jugendbuchecke ab. Für mich ist immer das Wichtigste, dass Geschichten, egal wie utopisch der Plot auch sein mag, real erscheinen und die Charaktere authentisch wirken.
Das einzige Genre, das mich bisher überhaupt nicht gereizt hat, ist Krimi. Vermutlich, weil ich mich als Leser auch nie dafür begeistern konnte.

 

Wann, wo und wie schreibe ich?

Nachts. Das war schon immer so: Sobald überall die Lichter ausgehen, schalten sich meine Lichter erst an. Ich bin absoluter Nachtmensch. Wenn ich schreibe, dann muss ich voll und ganz in die Geschichte eintauchen und mich in die Charaktere einfühlen können – und das geht bei mir nur nachts. Je ruhiger die Welt um mich herum, desto lauter die Welten in meinem Kopf.

Das „Wie“ ist ein bisschen schwerer zu beantworten. Eigentlich kann man Schreiben gut mit einer Liebesbeziehung vergleichen. Am Anfang macht man die Nächte zum Tag, alles ist gut, alles ist schön … Und nach einer Weile lernt man die Macken des Partners kennen, entdeckt auch vorher unbekannte Macken an sich selbst und kommt zu der Erkenntnis, dass eine Beziehung nicht nur Spaß, sondern auch jede Menge harte Arbeit bedeutet. Genauso verhält es sich beim Schreiben.
Als ich damit anfing, dauerte es von der Idee bis zum ersten Satz oft nur wenige Stunden. Eine Woche später standen bereits die ersten fünf Kapitel.

So läuft das heutzutage nicht mehr ab. Ich plane viel mehr im Vornherein, lass die Charaktere in meinem Kopf reifen, entwickle ein Gefühl für die Geschichte und muss die Plot-Struktur sowie viele der einzelnen Stränge kennen. Natürlich kommt beim Schreiben selbst noch eine Menge dazu oder aber es verändert sich etwas an der Handlung. Hauptsächlich deswegen, weil die Charaktere – so geht es mir jedes Mal – sich ab drei, vier Kapiteln komplett verselbständigen und das Ruder übernehmen. Irgendwann werfe ich eigentlich nur noch die Ideen und Schauplätze ein, und die Charaktere erledigen den Rest.
Meine Planungen finden größtenteils im Kopf oder auf Notizzetteln statt, mit einer Sauklaue, die wohl nur ich selbst entziffern kann.
Letztendlich hat sich Schreiben bei mir zu einer Mischung aus Planung und Intuition entwickelt. Kreativität muss man Raum zum Atmen lassen, sobald man sie zu sehr einengt, stirbt sie.

An meiner Schreibtechnik hat sich natürlich auch einiges geändert. Früher habe ich einfach das runter geschrieben, was ich dem Leser vermitteln wollte. Eine gute Wortwahl hatte dabei nicht die höchste Priorität. Inzwischen habe ich natürlich viel dazu gelernt, bin sehr selbstkritisch geworden, lege großen Wert auf Formulierungen, flüssigen Satzbau und viele andere Kniffe, die ich mir in den Jahren angeeignet habe. Jeder Satz wird durchdacht, schließlich sind Sätze die Mosaiksteine, die am Ende das Gesamtbild ergeben. Sätze müssen klingen, nur so entsteht eine Melodie.

Der Aufwand, den ich heute betreibe, ist mit dem von damals nicht mehr zu vergleichen. Schreiben wird für mich immer eine Herausforderung bleiben, weil man niemals ausgelernt hat.

 

Gibt es Pläne für weitere Bücher?

Auch wenn sich scheinbar die halbe Welt einen 3. Teil der Reihe „Kirschroter Sommer“ & „Türkisgrüner Winter“ von mir wünscht, habe ich die Überlegungen, ob ich das tun werde oder nicht, hinten angestellt und mich derzeit einem neuen Roman gewidmet.
Gründe dafür gibt es viele. Zum einen möchte ich die Geschichte nicht ausschlachten. Genau das wird nämlich leider viel zu häufig getan – gleichgültig, ob der Autor noch etwas zu erzählen hat oder nicht, solange die Kasse klingelt, wird ein Band nach dem anderen geliefert. Wenn ich einen 3. Teil schreibe, dann nur aus purer Überzeugung. Es sind durchaus noch Ideen für eine Fortsetzung vorhanden, aber ich für mich konnte noch nicht klar entscheiden, ob diese buchwürdig sind oder nicht.

Ein anderer Grund ist die Vielzahl der Jahre, die ich bereits mit Emely&Elyas verbracht habe. Die meisten Leser verschlingen (was mich jedes Mal ehrt!) meine Bücher innerhalb weniger Tage, ich dagegen kenne seit 2008 kaum ein anderes Thema. Erst das Schreiben der Geschichte, die unzähligen Überarbeitungen, die Verlagsanfragen, das Hoffen, das Bangen, die enttäuschenden Absagen, bis hin zur eigenen Verlagsgründung und alle damit verbundenen Höhen und Tiefen. Ich habe Emely&Elyas keineswegs satt, das möchte ich damit nicht zum Ausdruck bringen. Vielmehr steckt etwas anderes dahinter. Mein Kopf ist voll mit neuen Ideen, anderen Geschichten und Charakteren, die ich, so fühlt es sich an, in den letzten Jahren in einen Käfig sperren und zum Schweigen bringen musste. Aber wie ist das bekanntermaßen mit Dingen, die man versucht wegzusperren? Richtig. Sie werden lauter. Immer lauter. Inzwischen kann ich sie nicht mehr überhören. Es gibt so viele Welten, die zu Papier gebracht werden wollen, so viele Charaktere, die darauf warten, endlich zum Leben erwachen zu dürfen.

Manchmal muss man einfach auf sein Bauchgefühl hören. Und meines sagt mir, dass ich mich jetzt erst einmal einer anderen Geschichte widmen muss. Wahrscheinlich finde ich danach auch endlich die Klarheit, wie und ob es mit Emely&Elyas weitergeht.

Ich wünsche mir von Herzen, dass es mir gelingt, meine Leser auch mit anderen Werken von mir begeistern zu können.

 

Wer sind meine Lieblingsautoren?

Meine Interessen sind sehr weit gefächert. Eigentlich habe ich nur sehr wenige Autoren, die ich tatsächlich zu meinen Lieblingsautoren zählen würde. Einer davon ist auf jeden Fall Irvine Welsh.
Wer »Kirschroter Sommer« schon gelesen hat, der wird sich über den nächst genannten Namen sicher nicht wundern: Edgar Allan Poe. Auch er steht in meiner persönlichen Liste ganz weit oben.
Ansonsten bin ich nicht festgelegt und lasse mich immer wieder gern von mir unbekannten Talenten überzeugen. Kürzlich bin ich zum Beispiel über den Debütroman von Paolo Giordano gestolpert, der genau das geschafft hat.

 

Wie kam es zu der Veröffentlichung?

Dazu muss ich erst mal sagen, dass ich nicht gestern mit dem Schreiben angefangen habe und heute auf die Idee gekommen bin, ein Buch zu veröffentlichen. Anfangs habe ich nur für mich selbst geschrieben, irgendwann meine Geschichten an Freunde weitergeschickt und vor ein paar Jahren schließlich den Schritt ins Internet gewagt. Die Meinungen von Freunden sind schön und gut, aber was man als Schriftsteller braucht, sind objektive Meinungen und nicht zuletzt jede Menge konstruktive Kritik. Die habe ich zu Hauf und sehr ausführlich bekommen und mich dadurch sehr weiterentwickeln können. Außerdem habe ich mehrmals an kleineren Schreibwettbewerben teilgenommen, was mich zwar ordentlich Nerven gekostet, sich aber immer gelohnt hat. Bei dreien belegte ich den ersten Platz.

Den Weg, einen Verlag zu finden, bin ich natürlich gegangen. Leider ist es aber alles andere als einfach, einen Verlag zu finden. Man kann sich das ähnlich wie in der der Musikindustrie vorstellen. Es reicht nicht, ein Manuskript bzw. eine Leseprobe inkl. Exposé einzuschicken – was man braucht, sind Kontakte. Das habe ich ziemlich schnell gemerkt, als ich meine Unterlagen wie frisch aus dem Drucker zurückbekam. Es wurde gar nicht erst angeschaut.

Das warf bei mir dann eine entscheidende Frage auf: Ist es das, was ich will? Auf Biegen und Brechen in einem System unterzukommen, indem nur Kontakte oder Namen zählen, nicht aber das Geschriebene?

Die Antwort war schnell gefunden.
Aber was stattdessen? Ewig weiter im Internet veröffentlichen?
Eine Weile habe ich mit BOD geliebäugelt, aber letztendlich rentiert sich das nur bei Büchern, die unter 200 Seiten dick sind. Alles, was darüber hinaus geht, müsste mit einem sehr hohen Verkaufspreis angeboten werden, sonst zahlt man am Ende drauf. Und wer kauft schon ein Buch für 40 Euro?

Selbst einen Verlag gründen war ein Gedankengang, der bei mir schon seit sehr langer Zeit im Raum stand. Vor eineinhalb Jahren wurde dann aus der fixen Idee die ernsthafte Überlegung, ob ich es vielleicht tatsächlich wagen sollte. Ein halbes Jahr später war die Entscheidung gefallen: Ich werde es tun.
Und hier bin ich. Eigentümerin des Schandtaten Verlags.

Wenn noch Fragen offen geblieben sind, könnt ihr mich jederzeit gerne über das Kontaktformular anschreiben.

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